Was hat Feldenkrais mit Essstörungen zu tun? Wie kann eine Methode, die sich mit Bewegung und Wahrnehmung beschäftigt, Menschen unterstützen, die mit tief verwurzelten körperlichen und psychischen Mustern ringen? Genau darum geht es in der neuesten Folge des Podcasts essmo – Wege aus der Essstörung, in der Nele Jaschke zu Gast ist.
Wenn der Körper spricht: Symptome als Erfahrungsspeicher
Viele Menschen erleben Symptome wie Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle oder bestimmte Schmerzen, ohne dass eine rein körperliche Ursache feststellbar ist. Solche Empfindungen können mit Erfahrungen verknüpft sein und keine feststellbare körperliche Ursache besitzen. Traumatische Erlebnisse, stressbeladene Erinnerungen oder antrainierte Bewegungsmuster können sich tief in den Körper einschreiben.
Doch wie kann Feldenkrais dabei helfen? Der Podcast erklärt, wie durch sanfte Bewegung und bewusste Wahrnehmung ein neuer Zugang zu diesen Symptomen gefunden werden kann. Dabei geht es nicht um „Wegmachen“, sondern um ein Verstehen und Neuorganisieren des eigenen Bewegungs- und Erlebensraums.
Der Weg in eine Feldenkrais-Stunde: Fragen und Prozesse
Wer sich mit Feldenkrais beschäftigt, kommt oft mit bestimmten Anliegen in eine Sitzung. Die Fragen, die am Anfang stehen, können vielfältig sein:
- Möchte ich einfach nur meine Körperwahrnehmung verbessern?
- Gibt es konkrete körperliche Symptome, die mich begleiten?
- Spüre ich in bestimmten Körperregionen Erinnerungen oder Emotionen?
- Erlebe ich zwanghafte Bewegungen oder Wahrnehmungs-Herausforderungen im Bezug auf meinen Körper?
Eine erste Sitzung beginnt oft mit Beobachten und Erspüren: Wo ist Bewegung möglich, wo nicht? Wie reagiert der Körper auf feine Impulse? Möchte man berührt werden oder lieber selbst ausprobieren? Feldenkrais bietet einen geschützten Rahmen, in dem sich funktionale Anpassungen an die Welt neu organisieren können.
Vom dysfunktionalen Muster zur leichten Bewegung
Ein Kern-Element von Feldenkrais ist die Idee, dass Menschen sich ihr Leben lang anpassen – manchmal funktional, manchmal auf eine Weise, die einschränkend oder schmerzhaft wird. Durch Feldenkrais können diese Muster bewusst gemacht und von dysfunktionalen zu funktionalen Veränderungen geführt werden. Das Ergebnis? Bewegung wird leichter, das Leben angenehmer, Schmerzen weichen einem Gefühl von Wohlbefinden und Lebendigkeit.
Ein Beispiel aus der Praxis
Im Podcast wird eine junge Frau vorgestellt, die an einer Feldenkrais-Gruppe teilnahm. Ihr Körperbild hatte sich durch die Essstörung verändert. Einiges war nicht wahrnehmbar, anderes überrepräsentiert. Durch die Feldenkrais-Stunden fand sie zu einer neuen Selbstwahrnehmung, die mehr der natürlichen menschlichen Form entsprach. Diese Veränderung hat beeindruckt und neue Möglichkeiten auch für die begleitende Psychologische Betreuung geschaffen.
Für wen ist der Podcast?
Der Podcast richtet sich in erster Linie an Frauen*, insbesondere an diejenigen, die von Essstörungen betroffen sind oder sich mit dem Thema beschäftigen. Frauen* und FLINT*-Personen stehen hier im Mittelpunkt, da Essstörungen überwiegend in dieser Gruppe vorkommen. Gleichzeitig bietet die Folge wertvolle Einblicke für alle, die das Zusammenspiel von Psyche und Körper besser verstehen oder unterstützende Wege kennenlernen möchten.
Jetzt reinhören!
Die Episode „Vom Schmerz zum Wohlgefühl“ mit Nele Jaschke gibt spannende Einblicke in die Möglichkeiten, durch Feldenkrais und bewusste Körperwahrnehmung neue Wege aus festgefahrenen Mustern zu finden. Sie ist eine Einladung, sich selbst auf eine sanfte, neugierige Weise zu begegnen.
